St. Matthias Gemeinschaft, St. Paul Aachen
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08.10.2016, 09:00 - 13.10.2016, 14:00

Fußwallfahrt von Aachen nach Trier

Familienwallfahrt mit der St. Matthiasgemeinschaft Aachen-St. Paul Mehr

 
 
Jugendbüro und AWO organisieren in Aachens OSt-Viertel einen Ausstausch zwischen Alt und Jung

Student Fabrice Baumgarten, hier mit Hermann Hartong, ist der Austausch zwischen den Generationen wichtig.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 06/2016

Aus Angst allein zu Hause sitzen?

Jugendbüro und AWO sorgen im Ostviertel für Begegnung und Vertrauen zwischen Jung und Alt

„Männer sind bei uns eher Mangelware", sagt Marianne Kuckelkorn (AWO) im Begegnungszentrum Ost in Aachen, wo sich Senioren treffen. „Wir haben immer mehr Männer als Frauen", entgegnet Jennifer Darkwah vom Jugendbüro im Josefshaus der GdG Aachen-Ost/Eilendorf.

Im Rahmen des neuen Projektes „Menschen begegnen sich in Aachen-Ost" trafen sich Alt und Jung aus beiden Einrichtungen Ende Januar zum vierten Mal. „Wir haben in letzter Zeit öfter gehört, dass die älteren Menschen hier in der Gegend um die Elsassstraße Angst haben, im Dunkeln vor die Tür zu gehen", sagt Ferhat Sentürk, 22, der sich im Jugendbüro engagiert. Die Ängste der Senioren waren auch Thema in der Stadtteilkonferenz. „Ich möchte ihnen beweisen, dass hier auch alles richtig nett zusammengehen kann."
Im Begegnungszentrum in der Schleswigstraße unterhalten sich die Aachener aus dem Ostviertel angeregt, singen gemeinsam, essen, trinken und erzählen Geschichten aus ihrem Leben. Lächeln, Sympathie und Vertrauen spiegeln sich in alten und jungen Gesichtern.

„Das geht doch nicht", entrüstet sich Marianne Kuckelkorn, „dass ältere Menschen nach Einbruch der Dunkelheit die Rollos runterlassen und nicht mehr vor die Tür gehen." Und sie ergänzt: „Jeder kann sagen, was ihm alles nicht passt, aber uns ist wichtig, Gesellschaft zu gestalten." Gesagt, getan. Im vergangenen Herbst ist das neue Vorhaben mit Fabrice Baumgarten gestartet worden. Er studiert an der Katholischen Hochschule NRW in Aachen im fünften Semester Soziale Arbeit, absolviert im Josefshaus sein Praxissemester und muss ein Projekt auf die Beine stellen. „Ich finde wichtig, dass sich die Generationen austauschen. Das passiert viel zu wenig." Die 90-jährige Maria Pietsch ist sehr angetan von den beiden netten jungen Männern, die sie hier kennengelernt hat. „Da fühle ich mich gleich viel sicherer."

 

Die Fürsorge der jungen Menschen kommt gut an

Immer öfter kommt es vor, dass man sich auch auf der Straße im Viertel trifft. Bruno Isse, 21, vom Jugendbüro: „Ich kenne alle hier vom Sehen." So wächst Vertrauen und Wohlbefinden in einem Stadtteil, der immer wieder mit Gewalt und Kriminalität in die Schlagzeilen gerät. „Ich war bei allen vier Treffen dabei und finde es angenehm, dass die jungen Männer sehr aufmerksam zu uns sind", betont Betty Thönnissen, 87. „Wenn wir zeitig Bescheid sagen, dann geht einer mit uns, wenn wir im Dunkeln aus dem Haus wollen." Die 75-jährige Marlies Klinkenberg stellt kurz und bündig fest: „Hier weht ein frischer Wind." Viele der jungen Männer und Frauen im Jugendbüro haben einen Migrationshintergrund, sie selbst oder ihre Vorfahren sind aus einem anderen Land nach Deutschland eingewandert.

Daniela Bejan, die sich im Begegnungszentrum engagiert, sagt mit Blick auf die jungen Menschen mit ausländischen Wurzeln: „Man merkt, dass in manchen Kulturen die Wertschätzung gegenüber Senioren besonders groß ist." Was als Studienprojekt von Fabrice Baumgarten begonnen hat, soll auf jeden Fall weitergehen. Da sind sich alle einig.


Von Paul Heesel

Veröffentlicht am 03.02.2016

 
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